Auf der Arbeit werde ich, wenn ich mich mit Kollegen (außerhalb meines Teams) unterhalte, des öfteren gefragt, was ich normalerweise am
Wochenende so treibe.
Ich würde denn natürlich gerne sagen, dass ich mich am Wochenende in den ver#"§$!" "German Werwolf" verwandel und den
"Super Supervisor" und seine Helferlein aufmische, um danach Mumbai und alle umliegenden Sehenswürdigkeiten zu inspizieren.
Doch verbringe ich meine Wochenenden vorzugsweise damit Wäsche zu waschen, die Bude zu putzen, einzukaufen und zu entspannen, sehr viel zu entspannen. "WAAAAS?", höre ich schon die ersten entrüstet sagen. Doch zu meiner Verteidigung folgende Erklärung:
Bevor ich nach Indien reiste, war ich fest entschlossen, die ersten Wochenenden dazu zu nutzen, Mumbai und die umliegenden Sehenswürdigkeiten zu begutachten. Doch leider habe ich dabei die Rechnung ohne den indischen Wirt gemacht. Die Arbeitswelt gestaltet sich in Kombination mit dem indischen Klima als echter Arschtreter. Wenn ich denn abends das 23 Grad "kalte" Büro gegen meine 35 Grad "warme" Bude tausche, trägt dies wenig zu meiner allgemeinen Entspannung bei. Die Nächte gestalten sich, in Kombination mit meinem 1,90m, den rivalisierenden Hundegangs vor dem Fenster, den um 6 Uhr morgens beginnenden Bauarbeitern gegenüber und der 35 Grad "warmen" Luft eher als, sagen wir mal "durchwachsen". Wenn ich morgens aufstehe, fühle ich mich wie nach einer Kombination aus:
- Nivea-Bär-Werbung (Nivea scheint die Lösung deiner morgendlichen Haarprobleme, in dem dich nachts aufsuchenden Bären gefunden zu haben, der dich und deine Haar nachts als Mopp verwendet)
- die Klitschkos haben, aus welchen Gründen auch immer, deine Augen mit ihrem eigentlichen Boxsack verwechselt (beide - nicht nur einer)
- Gestern abend eine Kiste "Rostocker Export" alleine geleert
- grauer Star (wahlweise auch der grüne Star - je nach Situation)
Dementsprechend sehe ich denn morgens aus (erklärt vielleicht, das Foto vom vorherigen Post). Das Duschen verspricht auch keine Lösung, da sich der Wasserdruck bei Weltrekordverdächtigen ungefähren 0,005-0,06 Pa. befindet. Ich klebe regelmäßig an der Wand, um den sich dort befindlichen "Wasserstrahl" abzufangen. Das Einzige, was da noch helfen kann, ist der morgendliche
Killerkaffee. Den gibt es zumindest - auch wenn nur in Form löslichen Pulvers. So muss ich das Wochenende nutzen, um bei Wäsche waschen, aufräumen, einkaufen, usw. (allles gechillt) zu entspannen (Boring!). Ich hoffe jedoch, dass sich das bald ändert.
Zu meiner Ehrenrettung kann ich jedoch zugeben, dass ich, seit meinem letzten Post, schon ein paar Partys besucht habe - nichts Wildes jedoch. So konnte ich feststellen, dass die Partys in Rostock wohl doch schon, sagen wir mal "speziell" waren. Als ich den Indern erzählte, dass in Deutschland die
Partys auch gerne mal um 6 Uhr am Morgen enden, oder sogar noch später, guckte er mich verdutzt an und erwähnte beiläufig, dass die Discos in Indien spätestens (ich wiederhole SPÄTESTENS) um 3 Uhr schließen. BINGO!
Dies durfte ich denn auch gleich bei meinem
ersten Discobesuch (im
Sutra) feststellen. 2000 Rupie Eintritt (30€), das Pils 300 Rupie (5€), die Mixgetränke 500 Rupie (knappe 10€) und 20 Minuten warten aufs Bier.Cheers! Musik eher elektronisch, indisch elektronisch - aber durchaus hörbar. Da ich leider erst später zu der feiernden Meute dazustieß, durfte ich, bis auf den Eintritt, den vollen Service der Disco "genießen". Die Devise lautet also vor jedem Discobesuch:
Vollgas!
Das wars erstmal. Beim nächsten Mal erfolg ein Bericht über meine Willkommensparty und meinen bevorstehenden Umzug. Yeah!