Ein schonungsloser Bericht eines Hardcore-Online-Marketing-Praktikanten, den es für 6 Monate ins sagenumwobene (Navi) Mumbai gezogen hat. Hier teile ich meine Erfahrungen, hier erfahrt ihr alles!
Samstag, 30. April 2011
Donnerstag, 21. April 2011
Super Supervisor
| Ausserhalb des Zuges |
Die letzte Woche bestand aus einer Menge Wiederholung. Zum wiederholten Mal die "Values" von Cactus gehört, zum wiederholten Mal die einzelnen Departments kennengelernt, zum wiederholten Mal die "Culture" kennengelernt und zum wiederholten Male bei der FRRO (Foreign Recent Registration Office) gewesen. Waaas? FRRO? Bei der FRRO (echter Zungenbrecher bei englischer Aussprache) handelt es sich um die Ausländerregistrierungsbehörde (muss ein Wort sein). Wenn man demnach länger in Indien verweilen will, muss man bei den Typen vorstellig werden.
Kleiner Ausflug in die indische Kultur:
Damit man in Indien im staatseigenen Dienst eine gute Position einnehmen kann, muss man meist ersteinmal ein paar Rupies "investieren". D.h. jede Person, die in Indien eine höhere Position bekleidet, musste in der Vergangenheit vermutlich erstmal ordentlich Cash abdrücken. D.h. wiederum, dass er versucht, diese "Investition" möglichst schnell zu amortisieren. Da es sich auch nicht jeder leisten kann, solch eine Investition zu tätigen, sind die meisten dieser Personen auch sehr stolz auf ihre Postition und zeigen das auch gerne Aussenstehenden.
| Innerhalb des Zuges |
Der Typ, der am wichtigsten hinter dem Schalter 'rumlungert/abquanzt/(mir fallen keine weiteren abfälligen Wörter ein), der das glänzenste Hemd trägt oder auch wahlweise die schönste Krawatte.
Bei meinen 2 Besuchen (Mittwoch, heute & wahrscheinlich Montag) stellte sich folgender Ablauf ein, der sich so wahrscheinlich mehrere hundert Male am Tag abspielt:
- Kontaktaufnahme mit dem Supervisor
- kurze Problembeschreibung an den Supervisor
- Wackelkopf-Bewegung durch den Supervisor (er meint damit: eventuell)
- Übergabe der Formulare an den Supervisor
- kurzes Anlesen der Formulare durch den Supervisor
- Check des Supervisor Handys durch den Supervisor
- Weiterführung des Anlesens der Formulare durch den Supervisor
- Annahme eines wichtigen Telefonats (wahrscheinlich der Präsident von Indien:""Super Supervisor, we need your help!") durch den Supervisor
- Smalltalk des Supervisors mit dem Kollegen
- Annahme eines weiteren Telefonats (vermutlich der Präsident eines anderen Landes, der dringend den Rat des Supervisors braucht: "Super Supervisor, we need your help, too!") durch den Supervisor
- Bekanntgabe der Feststellungen des Supervisors - bevorzugt auf Hindi (beinhaltet meistens die Feststellung, dass der Antrag so überhaupt nicht zu bewerkstelligen ist)
- Änderung der Formule durch den Antragssteller
- Übergabe der geänderten Formulare an den Supervisor
- Bekanntgabe der geänderten Feststellungen des Supervisors - wieder bevorzugt auf Hindi
- Änderung der Formule durch den Antragssteller
- Übergabe der geänderten Formulare an den Supervisor
- Anschliessende "qualitative" Fragerunde durch den Assistenten des Supervisors ("You are from Germany?")
- Bekanntgabe, dass die Registrierung jetzt abgeschlossen werden kann, NACHDEM 100 Rupies bezahlt worden sind, natürlich durch den Supervisor & natürlich vor einer bestimmten Zeit (die natürlich schon vorbei ist)
- Versuch der Bezahlung bei der hiesigen Bank durch den Antragssteller
- Scheitern der Bezahlung bei der hiesigen Bank durch den Antragssteller (da die Kassiererin grade Mittagspause macht)
- Bezahlung der Rechnung bei der hiesigen Bank
- Vorzeigen der Quittung beim Supervisor
- Erhalt der Registrierung beim Supervisor
Das Wochenende sollte sich als recht amüsant herausstellen, da ich am Freitag auf einen "Marketing Männerabend" eingeladen bin. Laut Einladung darf ich mit einem Abendessen und Pils rechnen - günstig ! Am Samstag werden wir wahrscheinlich ein bischen grillen und bolzen - doppel-günstig.
Und was noch viel wichtiger ist: Ich habe heute meine Business Cards (Visitenkarten) bekommen!
I'm out !
Dienstag, 19. April 2011
Montag, 18. April 2011
Schnäppchen vs. Mitbewohner
| Go |
| Schnäppchen |
Und noch ein kleiner Nachtrag: Auf dem unteren Foto findet man nun Go, meinen Mitbewohner - nachdem er sich seine Hose angezogen hat.
Thank god it's weekend !
Hallo Freunde des gepflegten Namasté,
ein ereignisreiches Woche liegt hinter mir. Es folgen ein paar Eindrücke der letzten Tage.
Die erste Woche verbrachte ich meist mit der Suche nach Informationen über Konkurrenten und dem Angebot der eigenen Leistungen. Ende der Woche wurde ich in die hohe Kunst des SMM (Social Media Marketing) und PPC (Pay Per Click) eingewiesen - Digga, waaaaaaas ? Ihr hört richtig: SMM & PPC. Abgefahrenes Zeug mit dem man allerlei Unfug anstellen kann, um die Positionierung der eigenen Website in den Google-Suchergebnissen zu verbessern. Ahhhh !
Da ich am Samstag mit dem Bus nach Lonavala fahren wollte, um an einem AIESEC Seminar zu partizipieren, holte ich mir am Freitag noch ein paar Instruktionen von meinen Arbeitskollegen in Form einer äußerst ausgereiften Karte (Norden & Süden, Start und Ziel, thats all- mehr braucht man(n) schliesslich nicht) und im Internet noch fix über das Hotel informiert (insgeheim freute ich mich schon auf ein bequemes Bett, einen sauberen Lokus und 'nen geilen Pool). Nach einem äußerst gechillten Freitag abend (Cola, Kekse, Zigaretten und Prinzessin Mononoke - Nein, kein Hentai), begab ich mich am Samstag morgen auf den Weg nach Lonavala. Ab in die Rikscha und dem Fahrer wieder möglichst in knappen Keywords das Ziel mitgeteilt (V A S H I R A I L W A Y S T A T I O N). Dabei entstehen meistens 3 Arten von Konversationen:
Nach 1,5 Stunden Bollywood Beschallung kam ich an der Hill Station in Lonavala an. Kurz versucht die AIESEC Guys anzurufen, die wie erwartet nicht ans Telefon gingen, und mich auf den Weg zum Hotel gemacht, d.h. nächstbeste Rickscha geschnappt, den Preis obligatorisch um
ein ereignisreiches Woche liegt hinter mir. Es folgen ein paar Eindrücke der letzten Tage.
Die erste Woche verbrachte ich meist mit der Suche nach Informationen über Konkurrenten und dem Angebot der eigenen Leistungen. Ende der Woche wurde ich in die hohe Kunst des SMM (Social Media Marketing) und PPC (Pay Per Click) eingewiesen - Digga, waaaaaaas ? Ihr hört richtig: SMM & PPC. Abgefahrenes Zeug mit dem man allerlei Unfug anstellen kann, um die Positionierung der eigenen Website in den Google-Suchergebnissen zu verbessern. Ahhhh !
Da ich am Samstag mit dem Bus nach Lonavala fahren wollte, um an einem AIESEC Seminar zu partizipieren, holte ich mir am Freitag noch ein paar Instruktionen von meinen Arbeitskollegen in Form einer äußerst ausgereiften Karte (Norden & Süden, Start und Ziel, thats all- mehr braucht man(n) schliesslich nicht) und im Internet noch fix über das Hotel informiert (insgeheim freute ich mich schon auf ein bequemes Bett, einen sauberen Lokus und 'nen geilen Pool). Nach einem äußerst gechillten Freitag abend (Cola, Kekse, Zigaretten und Prinzessin Mononoke - Nein, kein Hentai), begab ich mich am Samstag morgen auf den Weg nach Lonavala. Ab in die Rikscha und dem Fahrer wieder möglichst in knappen Keywords das Ziel mitgeteilt (V A S H I R A I L W A Y S T A T I O N). Dabei entstehen meistens 3 Arten von Konversationen:
| Rickschafahrer von hinten |
- Kurzes Kopfnicken, d.h. er weiss wo es hingeht
- kurzes Kopfnicken & nachdem man eingestiegen ist, brabbelt er auf Hindi los. Dann helfen meist nur 2 Lösungen:
- Ihm in noch kürzeren Keywords das Ziel mitteilen (T R A I N, V A S H I) oder wenn alles nix hilft
- austeigen und nächste Rickscha suchen
- er versteht selber nur Railway station (Bahnhof)
| Bus von Innen |
20 Rupien gedrückt (sobald ein Ausländer in Sicht ist, wird der Preis verdoppelt - mindestens) und mich zum Hotel fahren lassen.
Dort angekommen wurde ich gleich von den AIESEClern begrüsst und den anderen AIESEC-Trainees (sprich Austauschlern, wie meine Person) aus anderen Ländern vorgestellt (Ferash aus Ungarn und Adonis, Pascal, Chinedu und Sarah aus Nigera). Nach 'nem kurzen Lunch konnte ich mich mit dem Rest des Hotels bekannt machen. Aus den erhofften Leistungen des Hotels wurde jedoch nix (angenehmes Bett, einen sauberen Lokus und 'nen geilen Pool): das angenehme Bett stellte sich als Matraze auf dem Boden heraus, der vorhandene Lokus toppte meinen Ort des Vergessens noch um mehrere Level und die Badehose konnte ich auch wieder einpacken, da der Pool von einer hiesigen Rattengang ebenfalls als Urlaubsdomizil gebucht wurde. Naja, nach ein paar weiteren Präsentationen durch die AIESECler ging es abends zum eigentlich interessanten Teil des Seminars: dem SCULLING. Das Internet bietet dafür folgende Definition:
Gelinde gesagt ein einfaches Wettsaufen. "Günstig", dachte ich mir, da mein letztes Pils schon 2 Wochen zurück lag. Nachdem ich mich einem Team anschloss, den "Nationalists", ging der Spass auch schon los. Ein paar Pils später fand ich mich, und mein Team im Semifinale wieder, indem wir uns aber dem gegnerischen Team geschlagen geben mussten. Berauscht vom Pils, gaben sich einige der Indier nun der hemmungslosen Feierei hin, d.h. ein paar ältere Hits, wie "Dragostea Din Tei" werden 'rauf und 'runter gespielt und es wird ordentlich abgezappelt. "Super", dachte ich mir - kannte ich ja noch ausm Keller.
Einem der Inder war das anscheinend noch nicht genug und so forderte er mich, den "German guy", zum Pils-Exen heraus. Gesagt, getan: Pils gekauft (0,6 Liter) - natürlich musste er sich auch in die Mitte der Tanzfläche stellen, damit alle uns anfeuern können (eigentlich meinte ich MICH) - und 'runter mit dem Zeug. Resultat: Mir gings gut, ihm nicht. Ein paar Pils, Dragistea Din Tei's und Chips später ging es dann auch ab ins Bett.
Morgens sah die Welt des Inders dann aber nicht mehr so schön aus - sprich etliche Alkoholleichen. Mir egal und nach kurzer Verabschiedung, Warterei und Rickschafahrt machte ich mich dann auf den Weg zurück nach Hause. Nach 1,5 stündiger Busfahrt (diesmal ohne Bollywoodstreifen), und halbstündiger Rickschafahrt kam ich dann auch zu Hause an.
Feierabend !
Dort angekommen wurde ich gleich von den AIESEClern begrüsst und den anderen AIESEC-Trainees (sprich Austauschlern, wie meine Person) aus anderen Ländern vorgestellt (Ferash aus Ungarn und Adonis, Pascal, Chinedu und Sarah aus Nigera). Nach 'nem kurzen Lunch konnte ich mich mit dem Rest des Hotels bekannt machen. Aus den erhofften Leistungen des Hotels wurde jedoch nix (angenehmes Bett, einen sauberen Lokus und 'nen geilen Pool): das angenehme Bett stellte sich als Matraze auf dem Boden heraus, der vorhandene Lokus toppte meinen Ort des Vergessens noch um mehrere Level und die Badehose konnte ich auch wieder einpacken, da der Pool von einer hiesigen Rattengang ebenfalls als Urlaubsdomizil gebucht wurde. Naja, nach ein paar weiteren Präsentationen durch die AIESECler ging es abends zum eigentlich interessanten Teil des Seminars: dem SCULLING. Das Internet bietet dafür folgende Definition:
"An Australian term for guzzling down a large alcoholic beverage, (usually beer) in a large glass or mug without taking a breath.".
Gelinde gesagt ein einfaches Wettsaufen. "Günstig", dachte ich mir, da mein letztes Pils schon 2 Wochen zurück lag. Nachdem ich mich einem Team anschloss, den "Nationalists", ging der Spass auch schon los. Ein paar Pils später fand ich mich, und mein Team im Semifinale wieder, indem wir uns aber dem gegnerischen Team geschlagen geben mussten. Berauscht vom Pils, gaben sich einige der Indier nun der hemmungslosen Feierei hin, d.h. ein paar ältere Hits, wie "Dragostea Din Tei" werden 'rauf und 'runter gespielt und es wird ordentlich abgezappelt. "Super", dachte ich mir - kannte ich ja noch ausm Keller.
Einem der Inder war das anscheinend noch nicht genug und so forderte er mich, den "German guy", zum Pils-Exen heraus. Gesagt, getan: Pils gekauft (0,6 Liter) - natürlich musste er sich auch in die Mitte der Tanzfläche stellen, damit alle uns anfeuern können (eigentlich meinte ich MICH) - und 'runter mit dem Zeug. Resultat: Mir gings gut, ihm nicht. Ein paar Pils, Dragistea Din Tei's und Chips später ging es dann auch ab ins Bett.
Morgens sah die Welt des Inders dann aber nicht mehr so schön aus - sprich etliche Alkoholleichen. Mir egal und nach kurzer Verabschiedung, Warterei und Rickschafahrt machte ich mich dann auf den Weg zurück nach Hause. Nach 1,5 stündiger Busfahrt (diesmal ohne Bollywoodstreifen), und halbstündiger Rickschafahrt kam ich dann auch zu Hause an.
Feierabend !
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